Das Ende der Killerspiele

2008 Mai 7
by Stargazer

Wer jetzt erwartet etwas über neue Pläne der Bundesregierung zum Verbot von “Killerspielen” zu hören, wird enttäuscht sein. Es geht eher darum, dass wohl das Ende des unsäglichen Begriffes “Killerspiel” eingeleitet wurde. Wenn man der Bundestagsabgeordneten Dorothee Bär (CSU) Glauben schenken darf, hat langsam ein Umdenken in der Politik begonnen. Laut eines Artikels auf Golem.de sagte Sie während einer Rede auf der Entwicklerkonferenz “Quo Vadis” folgendes: “Wir reden gar nicht mehr von Killerspielen.” Darüber hinaus sagte Sie noch, dass “Computerspiele ein Kulturgut sind, und die Bundesregierung und die Koalitionsfraktionen erkennen dies auch vorbehaltlos an.”
Noch bin ich skeptisch, besonders da unsere Bundesfamilienministerin vor kurzem noch Verbote gefordert hat. Aber vielleicht beginnt ja langsam wirklich ein Umdenken. Immerhin dürften bald auch Politiker wie Frau Bär (sie ist Jahrgang 1978, also sogar drei Jahre jünger als meine Wenigkeite) an Einfluß gewinnen, die schon mit Computerspielen aufgewachsen sind. Auf abgeordnetenwatch.de hat Sie übrigens zum Thema Verbot von Killerspielen folgendes geschrieben: “Ich habe mich bereits mehrfach gegen ein Verbot von gewaltverherrlichenden Computerspielen ausgesprochen. Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg für den Zusammenhang zwischen dem Spielen am Computer und Gewaltbereitschaft. [..] Pauschale Verurteilungen und Verbote von Computerspielen sind meines Erachtens nach keine Lösung. Gewalthaltige Spiele werden nicht vom Markt verschwinden, weil sie verboten sind. Sie gehören jedoch zweifelsohne nicht in die Hände von Kindern. Bei erwachsenen Spieler bleibt nur an die Eigenverantwortlichkeit zu appellieren.”
Wenn sich jetzt noch mehr Abgeordnete dieser Linie anschliessen, dann hört vielleicht auch bald die unsägliche Medienhetze gegenüber Computerspielern auf. Irgendwann ist man es nämlich leid, ständig als potentieller Amokläufer oder Suchtkranker diffamiert zu werden.

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