Zur Zeit wird systematisch eine überraschend erfolgreiche Spitzenkanidatin einer großen deutschen Partei massiv demontiert. Ich spreche hier von Andrea Ypsilanti, SPD, die bei der letzten Landtagswahl in Hessen ein Ergebnis eingefahren hat, welches man ihr zuvor - auch in eigene Reihen - nicht zugetraut hatte. Ich hatte die Entscheidung, sich vor der Wahl so deutlich gegen eine Zusammenarbeit mit den Linken, auszusprechen schon damals als dumm empfunden. Auch, wenn ich beim Gedanken an die Linken immer noch Bauchschmerzen bekommen, ist z.Z. die Rot-Grüne-Minderheitsregierung und Duldung der Linken-Fraktion die einzige Option, wenn man einen Politikwechsel erreichen möchte. Vielleicht war es auch falsch, die FPD so lange zu hofieren. Aber trotz allem, empfinde ich es als extrem, was nun in Hessen passiert. Die Parteirechte der SPD hat mit der Aussage Dagmar Metzgers, sie wolle Andrea Ypsilanti nicht zur Ministerpräsidenten wählen, einen perfiden Dolchstoß vollführt, von dem sich die SPD wohl nicht so schnell erholen wird. Wer glaubt, dass eine Rolle rechtswärts der SPD wieder Wähler zuspült, hat wohl in den letzten Jahren nicht die Wählerbewegungen angeschaut. Wenn die SPD in Hessen nach diesem Debakel auf der Oppositionsbank platznehmen muß, dann sehe ich für die Hessenwahl 2013 schwarz. Besonders leid tut mir in diesem Zusammenhang Andrea Ypsilanti, die gegen alle Widerstände gekämpft und (fast) gewonnen hat. Und das mit klassisch sozialdemokraktischem Programm. Dumm, wenn die SPD zur Zeit zur CDU2 verkommt…
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